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... volles Vertrauen


Der klassische Narkosearzt bestimmt das Bild in der Wahrnehmung, wenn man vom Anästhesisten spricht.
Das Schlafenlassen von Patienten macht nach wie vor den Großteil der Arbeit des Anästhesisten aus. Feinere Techniken erlauben heute sogar die problemlose Narkotisierung von gesundheitlich schwer vorbelasteten Patienten. Neu sind Regional- und Lokal- Anästhesien, die bewirken, dass der Patient im OP oder im Kreißsaal kaum mehr schläft. Intensive Betreuung ist gefragt.
Der Anästhesist ist der ständige Begleiter des Patienten, beide verbindet ein besonderes Vertrauensverhältnis. Vom präoperativen Vorgespräch mit Anamnese, körperlicher Untersuchung und der Risikoaufklärung bis zur postoperativen Begleitung im Aufwachraum und darüber hinaus: Derjenige, der Schmerzfreiheit garantiert, sich kümmert, der Lagerungsschäden zu vermeiden achtet, der die Vitalfunktionen überwacht, der als erster reagiert, wenn etwas passiert, ist der Anästhesist.
"Das Schöne ist, dass man unmittelbar eine sichtbare Wirkung erzielt, wenn man ein Problem löst."
Eine Vollnarkose wird oft mit einem Flug verglichen. Nach geglücktem Start geht die Reise anscheinend wie von alleine. Der Anästhesist überwacht mit laufenden Messungen den Patienten und sorgt für einen behutsamen Umgang mit dem Schlafenden. Zum Ende sorgt er für eine Punktlandung - abschließend mit der letzten Naht des Operateurs. Diese Kunst wird durch immer feiner werdende Dosierungsmöglichkeiten und ausgereiftere Technik machbar. Der Narkosearzt fügt die Bausteine passgenau zusammen.
Die Weiterbildung zum Facharzt/Fachärztin für Anästhesiologie dauert 60 Monate, davon 48 in der Anästhesiologie und 12 in der Intensivmedizin. Sie erwerben ein breit aufgestelltes, interdisziplinäres Wissen, lernen Teamarbeit kennen und schätzen und dürfen - ja müssen - schon früh eigenständig Entscheidungen treffen. Beliebt sind die durchweg flachen Hierarchien und die Möglichkeit, Ausbildungszeiten in anderen Fachgebieten anrechnen zu lassen.
Die erworbenen Prozesskenntnisse qualifizieren für spätere Aufgaben im Management. Darüber hinaus offenbaren sich alternativ zum Krankenhausdienst gute Perspektiven im niedergelassenen Bereich mit Belegbetten, in ambulanten OP-Zentren, Tageskliniken oder gar als "reisender" Anästhesist mit außerordentlichen Verdienstmöglichkeiten, auch im Ausland.
Geregelter Schichtdienst und feste Arbeitszeiten sind ideal für ein ausgewogenes Privatleben. Die Gelegenheit zur Teilzeit ermöglicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Übrigen: Die Anästhesie gehört zu den Fächern mit dem höchsten Anteil an Frauen in der Medizin.