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"Woche der Wiederbelebung" ab 20. September: Herzstillstand kann jeden treffen!

14.09.2021

In jedem Alter kann das Herz plötzlich stehen bleiben -
„Woche der Wiederbelebung“ ab 20. September - Erinnerung an Fußballer Eriksen - Bundesgesundheitsminister: Wissen zu Wiederbelebung immer noch wenig verbreitet


Nürnberg. Aus Anlass der „Woche der Wiederbelebung“ ab dem 20. September machen Notärzte darauf aufmerksam, dass Menschen jeden Alters einen Herzstillstand erleiden können und die Herzdruckmassage dann lebensrettend sein kann: „Wir können beim Herz-Kreislauf-Stillstand keine Altersgruppe ausschließen“, sagt Professor Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des „Deutschen Reanimationsregisters“. Es könne jeden treffen: Vom Neugeborenen über einen Schüler bis hin zu jungen, sportlich aktiven Menschen und natürlich auch Senioren.

Der dänische Fußball-Nationalspieler Christian Eriksen hatte beim Auftaktspiel zur Fußball-Europameisterschaft Anfang Juni im Alter von nur 29 Jahren einen Herzstillstand erlitten. Weil Betreuer den Kreislaufstillstand erkannten und sofort mit der Herzdruckmassage begannen, konnte Eriksens Leben gerettet werden.

Herzdruckmassage erlernen und trainieren

Auch in diesem Jahr rufen der „Berufsverband Deutscher Anästhesisten“ (BDA) und die „Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI) zur „Woche der Wiederbelebung“ auf. Die beiden Organisationen vertreten tausende Notärztinnen und Notärzte, die gleichzeitig auch Anästhesisten und Intensivmediziner sind. Vom 20. bis zum 26. September werden bundesweit verstärkt Möglichkeiten angeboten, die Herzdruckmassage zu erlernen oder die Technik noch einmal zu üben. Schulen, Krankenhäuser, Feuerwehren und viele andere Institutionen beteiligen sich an der Aktion, die auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn steht.

Spahn: „In der Woche der Wiederbelebung Hemmschwellen abbauen“

„Wir haben jetzt viel über Infektionsschutz gelernt. Aber das Wissen über Wiederbelebung, was mache ich im Ernstfall, ist immer noch wenig verbreitet“, sagt Spahn in einer Video-Grußbotschaft und ruft alle zum Helfen auf. Die „Woche der Wiederbelebung“ trage dazu bei, das Wissen zu verbreiten, Ängste und Hemmschwellen abzubauen und die Hilfsbereitschaft der Menschen zu steigern. Nach wie vor wenden nur rund 40 Prozent der Personen, die bei einem Notfallpatienten einen Herzstillstand beobachten, die Herzdruckmassage an.

In Deutschland erleiden pro Tag rund 300 Menschen auf der Straße, zu Hause, bei der Arbeit oder beim Sport einen Herzkreislaufstillstand: „Bleibt das Herz stehen, zählt jede Sekunden“, macht Professor Gräsner deutlich. Denn das menschliche Gehirn kann höchstens fünf Minuten ohne bleibenden Schaden ohne Sauerstoff überleben. Mit jeder Minute ohne Herzdruckmassage steigt das Risiko für eine Behinderung oder das Versterben.

Auch während Pandemie: „Prüfen, rufen, drücken“ …

Auch während der Corona-Pandemie empfehlen die Experten bei einem Kreislaufstillstand die drei Schritte „prüfen“, „rufen“, „drücken“. Schritt eins: Den Menschen am Boden ansprechen und kurz prüfen, ob er noch atmet. Dann im zweiten Schritt andere Personen auf den Notfall aufmerksam machen und über den Notruf 112 den Rettungsdienst rufen oder einen anderen Beobachter bitten, dies zu tun. Und schließlich Schritt drei: „Drücken“: Den Oberkörper des Patienten von Kleidung befreien, die Handballen aufeinander auf die Mitte des Brustkorbs setzen und das Brustbein etwa fünf Zentimeter Richtung Boden drücken. Mit Songs wie „Atemlos“ oder „Stayin' Alive“ im Ohr findet der Helfer den richtigen Takt. Zum Schutz vor einer Corona-Infektion sollte man selbst möglichst eine Maske tragen, sich nicht über das Gesicht des Patienten beugen und während der Herzdruckmassage das Hemd oder den Pullover des Betroffenen vor dessen Mund und Nase ziehen.

Die „Woche der Wiederbelebung“ wird seit 2013 alljährlich im Spätsommer ausgerufen. Sie ist Teil der Kampagne „Ein Leben retten“ von BDA und DGAI. Ziel dieser Aktion ist es, die Quote der Laienhelfer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand allmählich zu steigern, zum Beispiel auch durch die Ausbildung von Schülern.


2G Regel

Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und die in ihnen organsierten Anästhesist*innen kämpfen seit eineinhalb Jahren gemeinsam mit der Pflege an vorderster Front der COVID-19 Pandemie. Um auch unserer weiteren Verantwortung im Rahmen der Pandemiebekämpfung gerecht zu werden, haben sich beide Verbände – ihrer Vorbildfunktion bewusst - entschlossen, bei zukünftigen Veranstaltungen mit Präsenzteil bis auf Weiteres die 2G Regeln anzuwenden. Dies bedeutet, dass nur Personen mit vollständigem Impfschutz oder Genesene innerhalb der 6 Monatsfrist zu einer Präsenzveranstaltung zugelassen werden. Wir bitten dies bei Ihrer Anmeldung zu berücksichtigen.

Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, benötigen einen medizinischen Nachweis sowie einen offiziellen PCR Test, der nicht älter als 48h vor Beginn der jeweiligen Präsenzveranstaltung ist.

Allen anderen stehen selbstverständlich gerne unsere digitalen Angebote als Live-Veranstaltungen oder im on-demand Bereich zur Verfügung.

75. CARDIAC-ARREST-CENTER

13.08.2021

Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand noch besser im Krankenhaus versorgen - 75. Klinik als Cardiac-Arrest-Center in das „Deutsche Reanimationsregister“ aufgenommen - Feedback für teilnehmende Kliniken

Nürnberg. Immer mehr Krankenhäuser in Deutschland arbeiten daran, Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand noch besser zu versorgen. Die Kliniken mit einer Spezialabteilung für Kreislaufstillstände, die ihre Qualität mit dem „Deutsche Reanimationsregister“ messen, werden immer zahlreicher. In das Register wurde jetzt mit dem Asklepios Klinik Altona das 75. Krankenhaus mit einem derartigen Cardiac-Arrest-Center aufgenommen.

„Wir freuen uns sehr über diese Akzeptanz“, sagt Professor Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des „Deutschen Reanimationsregisters“, das von der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI) gegründet wurde. Durch die Sammlung und Auswertung der Daten bekämen die Krankenhäuser ein regelmäßiges Feedback und gute Vergleichsmöglichkeiten zur Verbesserung ihrer internen Abläufe und Behandlungspfade. Notiert und gespeichert werden zum Beispiel der Zustand des Patienten bei der Aufnahme, die Umsetzung wichtiger Maßnahmen wie die Kühlung oder die Behandlung von Blutungen und die geistigen Fähigkeiten der Patienten.

Pro Jahr erleiden rund 135 von 100.000 Einwohnern einen Herzstillstand

Von 100.000 Einwohnern in Deutschland erleiden pro Jahr rund 135 zu Hause, auf der Straße, im Betrieb oder beim Sport einen Kreislaufstillstand. Das hat das Reanimationsregister herausgefunden. Zur Veranschaulichung: Städte wie Göttingen, Cottbus oder Kaiserslautern entsprechen dieser Größenordnung. In etwa drei Viertel dieser Fälle werden die Notfälle beobachtet. Etwa die Hälfte der Notfallpatienten können dann wiederbelebt und ins Krankenhaus gebracht werden.

Das „Deutsche Reanimationsregister“ untersucht seit seiner Gründung vor 14 Jahren die Qualität der Reanimationsmaßnahmen durch Rettungsdienste und Notärzte, aber auch von innerklinischen Notfall- und Reanimationsteams. Daten aus mehr als 325.000 Einsätzen bei Herz-Kreislauf-Stillständen wurden seither gesammelt, gespeichert und ausgewertet. Das „Deutsche Reanimationsregister“ mit Sitz in Kiel gilt als einzige überregionale Datenbank für die Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationsmaßnahmen. Überhaupt ist das Register eine der wenigen Institutionen in Deutschland, die die Qualität und den Effekt der Versorgung bei einem bestimmten Krankheitsbild von Anfang bis Ende feststellen und bewerten kann. Seit einigen Jahren wird die Kette nun fortgesetzt. Denn inzwischen können auch Krankenhäuser wie die Asklepios Klinik Altona mit ihren Cardiac-Arrest-Centern am Reanimationsregister teilnehmen.

Berichte, Beratung und Treffen für Teilnehmer

„Jeder einzelne Fall wird registriert, ob erfolgreich oder nicht“, erläutert Prof. Dr. Gräsner. Die teilnehmende Klinik erhalten dann Kurzübersichten, Quartals- und Jahresberichte. Die Ärztinnen, Ärzte und Entscheider könnten aus den Zusammenstellungen herauslesen, wie erfolgreich sie waren - auch im Vergleich zu allen anderen Beteiligten - und an welchen Stellen es noch Potenzial zur Verbesserung gibt. Außerdem wird Beratung am Telefon, per Videokonferenz oder im Rahmen persönlicher Treffen und Schulungstermine angeboten. Bei Jahrestreffen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit anderen Akteurinnen zu vernetzen und im Rahmen von „Best-Practice-Sessions“ und Coachings Erfahrungen auszutauschen. Neue Teilnehmer werden zu monatlich angebotenen „Onboarding-Veranstaltungen“ eingeladen.

Die Teilnahme am „Deutschen Reanimationsregister“ kostet die einzelne Klinik wenige hundert Euro im Jahr. Sie entspricht auch den Forderungen der medizinischen Fachgesellschaften und medizinischen Leitlinien zur spezialisierten Versorgung von Menschen nach Herz-Kreislauf-Stillstand.

„Kompletter Versorgungsprozess wird abgebildet“

„Mit dem Cardiac-Arrest-Center-Datensatz bilden wir den kompletten Versorgungsprozess, beginnend mit dem Eintritt des Herz-Kreislauf-Stillstands bis hin zur Entlassung des Patienten aus der Weiterversorgung, im ,Deutschen Reanimationsregister‘ ab“, macht Prof. Dr. Gräsner deutlich. In den kommenden Jahren möchte er für den Service verstärkt auch digitale Datenerfassung und Verbindungen zu Klinik-Informationssystemen nutzen: „Die wachsende Zahl von Datensätzen ermöglicht uns immer bessere Aussagen über die Behandlungsqualität nach Herz-Kreislauf-Stillständen.“ Dabei gehe es sowohl um Prozess- wie auch Ergebnisqualität. Auf diese Weise könnten in Deutschland in einigen Jahren eventuell noch mehr Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand zusätzlich gerettet werden.

 

Ausschreibung Universitätsmedizin Mainz; W2-Professur für Anästhesiologie mit Schwerpunkt Intensivmedizin

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit anliegendem Ausschreibungstext möchten wir Sie auf die Ausschreibung folgender Professur an der Universitätsmedizin Mainz aufmerksam machen:

W2-Professur für Anästhesiologie mit Schwerpunkt Intensivmedizin

In diesem Zuge weisen wir auch darauf hin, dass die Universitätsmedizin Mainz bestrebt ist, den Anteil der Frauen am wissenschaftlichen Leitungspersonal zu erhöhen und daher insbesondere Wissenschaftlerinnen angesprochen sind.

pdf Atext W2 Anästhesiologie DE+EN (113 KB)