Breadcrumbs

 

Jean Henley Memorial Lecture

Im Rahmen eines jeden Hauptstadtkongresses für Anästhesiologie und Intensivtherapie (HAI) wird ein herausragender Repräsentant von Wissenschaft, Kunst oder Politik geehrt und zu einem Vortrag eingeladen.

Jean Emily Henley (* 3. Dezember 1910 in Chicago, Illinois) ging nach Erwerb des Bachelor of Arts am Vassar College und am Barnard College in den frühen 1930er Jahren nach Paris, um Bildhauerei zu studieren. Anschließend studierte sie in New York Medizin und schloss 1940 ihr Studium an der Columbia University College of Physicians & Surgeons ab. Nach Abschluss der Weiterbildung in der Inneren Medizin trat sie 1944 freiwillig in die Armee ein. Am 1. März 1947 begann sie ihre Ausbildung zur Anästhesistin am Columbia-Presbyterian Medical Center, die sie 1949 abschloss. Danach ging sie in die Schweiz und nahm dort eine Einladung von Maria Daelen aus Wiesbaden an, nach Deutschland zu kommen. Ursprünglich wollte sie Deutschland nur für ein paar Tage besuchen, (ihr Visum war nur für zehn Tage gültig), aber sie blieb für zwei Jahre als Gast-Ärztin in Gießen, Frankfurt, Marburg, Wiesbaden, Tübingen, Berlin, Heidenheim, Hamburg und Heidelberg. Sie benutzte hier Narkosegeräte der US Army, entwickelte auch aber eigene Narkosegeräte.
Im Jahre 1950 schrieb sie das erste moderne Anästhesie Lehrbuch nach 1945 in Deutschland: „Einführung in die Praxis der modernen Inhalationsnarkose“ erschienen im de Gruyter Verlag, Berlin. Dieses Lehrbuch hatte bis 1991 dreizehn Ausgaben und eine Gesamt-Auflage von mehr als 15 000 Exemplaren. Sie entwickelte Standards, die noch heute in der Anästhesiologie von Bedeutung sind. Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten wurde sie Chefärztin und assoziierte Professorin am Delafield Francis Hospital in New York. Diese Positionen bekleidete sie bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1972. Im Jahr 1981 wurde sie zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) ernannt. Sie verstarb am 19. August 1994 in Shelburne, Vermont.

Laureat 2019:
Prof. Dr Klaus von Klinzing (Physik-Nobelpreisträger 1985): "Revolution in Versailles: Die Neuvermessung der Welt"