Die DGAI hat Priv.-Doz. Dr. med. Thilo von Groote von der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Münster mit dem Heinrich-Dräger-Preis für Intensivmedizin 2026 ausgezeichnet.

Kassel. Im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) ist Priv.-Doz. Dr. med. Thilo von Groote von der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Münster mit dem Heinrich-Dräger-Preis für Intensivmedizin 2026 ausgezeichnet worden. Der von der Drägerwerk AG & Co. KGaA, Lübeck, gestiftete Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Intensivmedizin.

Priv.-Doz. Dr. Thilo von Groote erhielt die Auszeichnung für seine im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichte Arbeit „A preventive care strategy to reduce moderate or severe acute kidney injury after major surgery (BigpAK-2); a multinational, randomised clinical trial“. Die internationale Studie untersuchte, ob sich das Auftreten von akuter Nierenschädigung bei besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten nach großen Operationen durch gezielte Behandlungsmaßnahmen reduzieren lassen. Dabei wurden Hochrisiko-Patientinnen und -patienten anhand klinischer Risikofaktoren und bestimmter Biomarker im Urin identifiziert, die auf ein hohes Risiko für eine akute Nierenschädigung hinwiesen. Bei ihnen wurden frühzeitig nierenschützende Maßnahmen eingeleitet, wie etwa eine gezielte Steuerung von Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt sowie die Vermeidung nierenschädigender Medikamente und Blutzuckerentgleisungen. 

Die große randomisierte Studie belegt erstmals, dass die frühe Integration solcher Biomarker in ein pragmatisches Präventionskonzept klinisch relevante akute Nierenschädigungen signifikant reduzieren kann. Das Konzept hat damit das Potenzial, die perioperative Versorgung von Risikopatientinnen und -patienten nachhaltig zu verbessern. 

Thilo von Groote wurde 1994 in Düsseldorf geboren und studierte Humanmedizin an der Universität Münster. Seit 2021 arbeitet er als Assistenzarzt an der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Münster. Von 2023 bis 2025 absolvierte er ein Clinician Scientist Fellowship der Universität Münster und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bereits in seiner Promotion beschäftigte er sich mit der Erholung der Nierenfunktion nach akuter Nierenschädigung bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten und war als Wissenschaftler am Centre for Kidney Research der University of Sydney in Australien tätig. 

Wissenschaftliche Leistungen sichtbar machen

Im Rahmen der Preisverleihung betonte DGAI-Präsident Prof. Dr. Gernot Marx die Bedeutung wissenschaftlicher Auszeichnungen für die Weiterentwicklung des Fachgebiets: „Fortschritt in der Medizin beginnt mit guten Ideen. Mit ihren Preisen und Stipendien macht die DGAI herausragende wissenschaftliche Leistungen sichtbar und fördert eine Forschungskultur, die neue Perspektiven für die Versorgung von Patientinnen und Patienten eröffnet.“

Kongresspräsident Prof. Dr. Ralf Muellenbach hob die Rolle des Jahreskongresses als Plattform für wissenschaftlichen Austausch hervor: „Der DGAI-Jahreskongress bringt die klügsten Köpfe unseres Fachs zusammen. Auszeichnungen wie diese zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der anästhesiologischen Forschung steckt und wie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu beitragen, die Medizin von morgen und damit die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln.“

Die DGAI gratuliert Priv.-Doz. Dr. Thilo von Groote herzlich zu seiner Auszeichnung und dankt der Drägerwerk AG & Co. KGaA für ihr Engagement zur Förderung der intensivmedizinischen Forschung.