Nürnberg/Koblenz. Der Europäische Tag des Notrufs 112 am 11. Februar macht einmal mehr deutlich, wie unverzichtbar eine verlässliche und leistungsfähige Notfallversorgung für die Sicherheit der Bevölkerung ist. Gleichzeitig stehen Rettungsdienste, Leitstellen und Notaufnahmen vor wachsenden Herausforderungen – von steigenden Einsatzzahlen über strukturelle Reformen bis hin zu personellen Engpässen.

Der Deutsche Interdisziplinäre Notfallmedizin Kongress (DINK) greift diese Entwicklungen auf und stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie Akut- und Notfallversorgung resilient, interprofessionell und unter den Bedingungen knapper Ressourcen weiterentwickelt werden kann. Der Kongress findet am 5. und 6. März 2026 in Koblenz statt und bringt jährlich rund 1.500 Teilnehmende aus Leitstellen, Rettungsdiensten, Notaufnahmen und weiteren Bereichen der Notfallmedizin zusammen.

„Der Notruf 112 markiert den Beginn der medizinischen Versorgungskette – doch ihre Qualität entscheidet sich weit über den ersten Anruf hinaus“, erklärt Prof. Dr. Jörg Christian Brokmann, Mitglied des DINK-Organisationskomitees und zweiter Sprecher der Sektion Notfallmedizin in der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Genau hier setzt der DINK an: Er bringt die relevanten Akteure zusammen, um interdisziplinär und interprofessionell zu diskutieren, wie Notfallversorgung vom Notruf bis zur Weiterbehandlung sicher, effizient und patientenzentriert gestaltet werden kann.“ Der Kongress bietet dafür eine zentrale Plattform für den fachlichen Austausch über aktuelle Herausforderungen, innovative Konzepte und zukunftsweisende Lösungsansätze.

Innenminister Michael Ebling im Gespräch mit Notfallmedizinern

Ein besonderes Signal setzt der angekündigte Besuch von Michael Ebling, Innenminister des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Er möchte den Kongress nutzen, um mit Vertreterinnen und Vertretern der Notfallmedizin über politische Rahmenbedingungen, Notrufstrukturen und die Weiterentwicklung der Akutversorgung zu sprechen. Der DINK bietet damit Raum für den direkten Austausch darüber, wie fachliche Expertise in politische Entscheidungsprozesse einfließen kann. 

„Notfallmedizin wird im Alltag gemeinsam gestaltet – unter hohem Zeitdruck und mit großer Verantwortung“, betont Dr. David Häske, Mitglied des DINK-Organisationskomitees. „Nur wenn Klinik, Rettungsdienst, Leitstellen, Pflege, Wissenschaft und Politik eng zusammenarbeiten, lassen sich tragfähige Lösungen entwickeln.“ Auch hierfür schaffe der Kongress den notwendigen Rahmen.

Vor dem Hintergrund zunehmender Krisen- und Katastrophenszenarien widmet sich der DINK auch der Katastrophen- und Krisenmedizin sowie den Schnittstellen zwischen ziviler Notfallversorgung und militärischen Strukturen. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bringt dabei seine Expertise insbesondere in den Bereichen Einsatzmedizin, Simulation und Telemedizin ein. Im Außenbereich des Kongresses werden reale Einsatzszenarien, moderne Simulationstechnik und Übertragungsmöglichkeiten in ein Einsatzlazarett vorgestellt und anschaulich vermittelt.

Der Europäische Tag des Notrufs 112 verdeutlicht, dass schnelle Hilfe im Notfall nur dann wirksam ist, wenn alle nachgelagerten Strukturen zuverlässig ineinandergreifen. Der Deutsche Interdisziplinäre Notfallmedizin Kongress greift diesen Gedanken auf und bringt die beteiligten Berufsgruppen zusammen, um Notfallversorgung entlang der gesamten Versorgungskette weiterzuentwickeln – fachlich fundiert, interprofessionell und mit Blick auf die Verantwortung gegenüber Patientinnen und Patienten.

„Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie sehr Notfallmedizin vom kollegialen Miteinander lebt“, betonen Prof. Brokmann und Dr. Häske. „Der DINK bietet den Raum, diese Stärke gemeinsam weiterzuentwickeln.“

 

Hinweise für Medienvertreter 
Der Deutsche Interdisziplinäre Notfallmedizin Kongress findet am 5. und 6. März 2026 in Koblenz statt. Akkreditierung, Interviewanfragen und Hintergrundgespräche sind nach vorheriger Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. möglich.