Nürnberg/Hannover. Nach dem deutlichen Aufwärtstrend im Vorjahr zeigt sich bei der Quote Ersthelfenden-Reanimation in Deutschland aktuell eine Stabilisierung auf dem erreichten Niveau. Das geht aus den neuen Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters für das Jahr 2025 hervor, die beim diesjährigen Jahrestreffen in Hannover vorgestellt wurde. Gleichzeitig liefern die Daten erstmals Einblicke in den Einsatz zusätzlich alarmierter Ersthelfender.

Grundlage der Auswertung sind Daten aus 208 Notarzt- und Rettungsdiensten aus dem gesamten Bundesgebiet, die im Deutschen Reanimationsregister erfasst werden.
Die Quote der Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfende lag 2025 – bezogen auf Fälle, bei denen der Herz-Kreislauf-Stillstand nicht durch den Rettungsdienst beobachtet wurde – bei 53,5 Prozent (Vorjahr: 55,4 Prozent). Auch die telefonische Anleitung zur Reanimation (Telefon-CPR) blieb mit 38,4 Prozent auf einem vergleichbaren Niveau (Vorjahr: 40,4 Prozent). 

Ein Blick auf die Entwicklung der Quote in den vergangenen zehn Jahre verdeutlicht den Fortschritt: Von rund 37 Prozent im Jahr 2016 ist die Ersthelfendenquote bis 2021 auf knapp 43 Prozent gestiegen. Nach dem Sprung über die 50 Prozent zeigt sich aktuell eine Phase der Stabilisierung. Damit wird auch deutlich: Im internationalen Vergleich ist hier noch Luft nach oben. So werden etwa in den skandinavischen Ländern Ersthelfendenquoten von über 70 Prozent erreicht.

„Uns zeigen diese Zahlen, dass etablierte Maßnahmen wirken – gleichzeitig brauchen wir zusätzliche Ansätze, um noch mehr Menschen frühzeitig zur Hilfe zu befähigen“, schlussfolgert Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters.

Wenn Hilfe gezielt zum Notfall kommt

Um die Datenbasis dafür zu liefern, erfasst das Reanimationsregister deshalb erstmals systematisch auch zusätzlich alarmierte Ersthelfende – also Menschen, die über Smartphone-Systeme in der Nähe eines Notfalls gezielt zur Hilfe gerufen werden. Diese ergänzen die bereits etablierten First-Responder-Strukturen, etwa aus Feuerwehr oder Hilfsorganisationen.

Schon jetzt zeigt sich ihr Beitrag: In der besonders relevanten Gruppe, der nicht durch den Rettungsdienst beobachteten Ereignisse, begannen First Responder in 6,8 Prozent und über Smartphones alarmierte Ersthelfende in 2,8 Prozent der Fälle mit Wiederbelebungsmaßnahmen noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes.

„Die aktuellen Werte zu den aktivierten Ersthelfenden sind noch vorsichtig zu interpretieren, da die Datenerhebung erst zur Jahresmitte begonnen hat“, erklärt Prof. Dr. Matthias Fischer, der die Daten für das Deutsche Reanimationsregister ausgewertet hat. „Mit einer vollständigen Datengrundlage und weiteren Aktivitäten in diesem Bereich ist hier künftig von höheren Anteilen auszugehen.“

Für Prof. Gräsner ist das ein klarer Mehrwert für die Zukunft: „Mit der neuen Datengrundlage können wir erstmals systematisch abbilden, welchen Beitrag zusätzlich alarmierte Ersthelfende leisten – und zugleich besser nachvollziehen, wie Hilfe im Notfall tatsächlich zustande kommt und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.“

Entscheidend ist weiterhin, dass möglichst viele Menschen im Notfall handeln können. Denn je früher mit der Wiederbelebung begonnen wird, desto höher sind die Überlebenschancen. Schulungen, Aufklärung und niedrigschwellige Angebote zur Reanimation bleiben deshalb zentrale Voraussetzungen – ebenso wie Strukturen, die schnelle Hilfe ermöglichen, etwa durch die telefonische Anleitung durch Leitstellen oder die Alarmierung von Ersthelfenden per Smartphone.