Kiel/Nürnberg. Am 8. und 9. Juni 2026 wird Kiel zum internationalen Treffpunkt führender Reanimationsforscherinnen und -forscher: Beim Treffen des Global Out-of-hospital-Cardiac -Arrest-Registry Collaborative (GOHCAR) beraten Expertinnen und Experten unterschiedlicher Reanimationsregister aus Europa, Nordamerika, Asien und Australien über neue Strategien zur Verbesserung der Wiederbelebungsversorgung weltweit. Gastgeber sind das Deutsche Reanimationsregister, das unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) geführt wird, sowie das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).

„Wir freuen uns sehr, Kolleginnen und Kollegen aus den weltweit führenden Reanimationsregistern in Kiel begrüßen zu dürfen“, sagt Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin des UKSH und Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters. „Der persönliche Austausch ist enorm wichtig, um voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entwickeln, wie wir die Überlebenschancen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand weiter verbessern können.“

GOHCAR wurde 2018 gegründet, um die Zusammenarbeit großer internationaler Reanimationsregister zu stärken und gemeinsame Forschungsinitiativen voranzubringen. Beteiligt sind unter anderem das europäische EuReCa-Netzwerk des European Resuscitation Council (ERC), das US-amerikanische CARES-Register, PAROS aus Asien, Aus-ROC aus Australien und Neuseeland, CanROC aus Kanada sowie BASIC aus China. 

Die Register erfassen und analysieren Daten zu außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen, um Versorgungssysteme international vergleichbar zu machen und die Reanimationsversorgung gezielt weiterzuentwickeln. Die Erkenntnisse daraus gelten weltweit als wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung von Rettungsdienststrukturen, Leitstellenprozessen, Ersthelfenden-Systemen und Reanimationsleitlinien. Durch den internationalen Vergleich lassen sich Unterschiede in der Versorgung analysieren und erfolgreiche Strategien identifizieren.

Auf dem Programm des diesjährigen Treffens in Kiel stehen unter anderem neue Ansätze zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Registerforschung, internationale Datenauswertungen sowie die Weiterentwicklung gemeinsamer wissenschaftlicher Standards. Außerdem sollen neue internationale Forschungsprojekte vorbereitet werden. 

Mit der Ausrichtung des Treffens unterstreichen das Deutsche Reanimationsregister und die DGAI zugleich die enge internationale Vernetzung der deutschen Reanimationsforschung. „GOHCAR hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Plattform für den internationalen wissenschaftlichen Austausch entwickelt“, sagt Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner. „Dass dieses Treffen nun in Kiel stattfindet ehrt uns sehr und trägt zur internationalen Sichtbarkeit des Deutschen Reanimationsregisters bei.“