Die DGAI hat Priv.-Doz. Dr. med. Christina Scharf-Janßen mit dem Franz-Köhler Inflammation Award 2026 ausgezeichnet.

Kassel. Im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) ist Priv.-Doz. Dr. med. Christina Scharf-Janßen von der Klinik für Anaesthesiologie am LMU Klinikum München mit dem Franz-Köhler Inflammation Award 2026 ausgezeichnet worden. Der von der Dr. F. Köhler Chemie GmbH, Bensheim, gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und würdigt herausragende Verdienste auf dem Gebiet der Erforschung von Pathophysiologie, Prophylaxe und Therapie der Inflammation in ihren unterschiedlichen Ausprägungen im Bereich der perioperativen Medizin.

Priv.-Doz. Scharf-Janßen erhielt die Auszeichnung für ihre langjährige Forschung zu Infektionen und Entzündungsreaktionen bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten. Bereits seit ihrer Promotionsarbeit beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Antiinfektiva bei Intensivpatientinnen und -patienten optimal dosiert werden können und welche Faktoren ihre Konzentration im Körper beeinflussen. Aus ihren Arbeiten auf diesem Gebiet ging auch ihre Habilitation zum therapeutischen Drug-Monitoring von Antibiotika hervor. In den vergangenen Jahren erweiterte sie ihren Forschungsschwerpunkt zudem auf extrakorporale Verfahren. Dabei untersucht sie unter anderem, in welchem Umfang bei Sepsis und überschießenden Entzündungsreaktionen bestimmte Botenstoffe aus dem Blut entfernt werden können.

Ihre Forschung trägt dazu bei, das Zusammenspiel von Entzündungsreaktionen, extrakorporalen Verfahren und medikamentöser Therapie bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten besser zu verstehen und Behandlungsstrategien gezielter einzusetzen.

Christina Scharf-Janßen wurde 1993 in Sulzbach-Rosenberg geboren und studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie arbeitet als Oberärztin an der Klinik für Anaesthesiologie am LMU Klinikum. 2023 habilitierte sie sich, 2024 wurde sie in die Junge Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. 2025 erhielt sie die Zusage für eine Else Kröner Clinician Scientist Professur mit dem Forschungsschwerpunkt „Individualisierter und rationaler Einsatz von Extrakorporalverfahren bei kritisch kranken Patient:innen“. 

Im Rahmen der Preisverleihung betonte DGAI-Präsident Prof. Dr. Gernot Marx die Bedeutung wissenschaftlicher Auszeichnungen für die Weiterentwicklung des Fachgebiets: „Fortschritt in der Medizin beginnt mit guten Ideen. Mit ihren Preisen und Stipendien macht die DGAI herausragende wissenschaftliche Leistungen sichtbar und fördert eine Forschungskultur, die neue Perspektiven für die Versorgung von Patientinnen und Patienten eröffnet.“

Kongresspräsident Prof. Dr. Ralf Muellenbach hob die Rolle des Jahreskongresses als Plattform für wissenschaftlichen Austausch hervor: „Der DGAI-Jahreskongress bringt die klügsten Köpfe unseres Fachs zusammen. Auszeichnungen wie diese zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der anästhesiologischen Forschung steckt und wie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu beitragen, die Medizin von morgen und damit die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln.“

Die DGAI gratuliert Priv.-Doz. Dr. Christina Scharf-Janßen herzlich zu ihrer Auszeichnung und dankt der Dr. F. Köhler Chemie GmbH für ihr Engagement zur Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Inflammation in der perioperativen Medizin.