Kassel. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) hat im Rahmen ihres Jahreskongresses 2026 die AG Translationale Reanimationsforschung mit dem Deutschen Reanimationspreis ausgezeichnet. Der von der Narcotrend-Gruppe, Hannover, gestiftete und mit 2.500 Euro dotierte Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Reanimatologie.
Ausgezeichnet wurden Sophie L'habitant und Priv.-Doz. Dr. med. habil. Florian Piekarski vom Universitätsklinikum Bonn. Sie erhielten den Preis für ihre Arbeit „Influence of team size on the effectiveness of time-critical invasive rescue measures in pre-hospital patient care – A prospective randomized multicentre exploratory comparative analysis“.
Die Studie untersuchte, welchen Einfluss die Größe eines Rettungsteams darauf hat, wie schnell zeitkritische Maßnahmen während einer Reanimation durchgeführt werden können. Dafür absolvierten 59 Teams mit insgesamt 210 Teilnehmenden ein standardisiertes Reanimationsszenario. Die Teams bestanden aus zwei bis fünf Personen und mussten unter anderem defibrillieren, die Atemwege sichern, einen intravenösen Zugang legen und Medikamente vorbereiten.
Das Ergebnis: Mit zunehmender Teamgröße konnten die erforderlichen Maßnahmen deutlich früher abgeschlossen werden. Besonders effizient waren Teams mit vier bis fünf Mitgliedern. Entscheidend war dabei nicht, dass einzelne Maßnahmen schneller ausgeführt wurden, sondern dass größere Teams mehrere Aufgaben parallel beginnen konnten.
Die Ergebnisse unterstreichen damit die Bedeutung einer ausreichenden Personalstärke und klaren Aufgabenverteilung bei der präklinischen Reanimation und können wichtige Hinweise für die Organisation von Rettungsteams und Reanimationstrainings liefern.
Wissenschaftliche Leistungen sichtbar machen
Im Rahmen der Preisverleihung betonte DGAI-Präsident Prof. Dr. Gernot Marx die Bedeutung wissenschaftlicher Auszeichnungen für die Weiterentwicklung des Fachgebiets: „Fortschritt in der Medizin beginnt mit guten Ideen. Mit ihren Preisen und Stipendien macht die DGAI herausragende wissenschaftliche Leistungen sichtbar und fördert eine Forschungskultur, die neue Perspektiven für die Versorgung von Patientinnen und Patienten eröffnet.“
Kongresspräsident Prof. Dr. Ralf Muellenbach hob die Rolle des Jahreskongresses als Plattform für wissenschaftlichen Austausch hervor: „Der DGAI-Jahreskongress bringt die klügsten Köpfe unseres Fachs zusammen. Auszeichnungen wie diese zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der anästhesiologischen Forschung steckt und wie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu beitragen, die Medizin von morgen und damit die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln.“
Die DGAI gratuliert Sophie L'habitant und Priv.-Doz. Dr. med. habil. Florian Piekarski herzlich zu ihrer Auszeichnung und dankt der Narcotrend-Gruppe, Hannover, für ihr Engagement zur Förderung der Reanimationsforschung.
