Eine neue Version der S2e-Leitlinie „Prävention und Therapie des pädiatrischen Emergence Delir“ wurde veröffentlicht.
Die Leitlinie wurde federführend von der DGAI erstellt.
Diese Leitlinie richtet sich vorrangig an Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie Pädiaterinnen und Pädiater. Darüber hinaus soll sie allen professionell Versorgenden, die in die perioperative oder periinterventionelle Behandlung von Kindern eingebunden sind, als Grundlage für die Prävention und Behandlung eines pädiatrischen Emergence Delir dienen.
Die drei wichtigsten Kernaussagen / Änderungen auf einen Blick:
1. Diagnostik (präzisiert)
Die Diagnose eines pädiatrischen Emergence Delirs (pädED) soll im Aufwachraum anhand einer validierten Delirskala erfolgen. Neu ist die stärkere Empfehlung zur strukturierten Skalenanwendung sowie die differenzierte Nutzung der ED-I-Kriterien der PAED-Skala zur besseren Abgrenzung zwischen Delir und schmerzbedingter Agitation. Zusätzlich wird die parallele Anwendung validierter Schmerzskalen betont.
2. Prävention (aktualisierte Evidenz)
Die Prävention des pädED basiert weiterhin auf der Reduktion präoperativer Ängstlichkeit und suffizienter Analgesie. Neu hervorgehoben wird die evidenzbasierte Empfehlung, bei Risikokonstellationen eine TIVA zu bevorzugen und bei Verwendung volatiler Anästhetika (Sevofluran/Desfluran) eine intraoperative medikamentöse Prophylaxe durchzuführen. Zudem wurden die Kapitel zu Risikofaktoren und Präventionsstrategien strukturell neu gegliedert.
3. Pharmakologische Strategien und Therapie (neu bewertet)
Die Leitlinie bewertet pharmakologische Maßnahmen differenzierter: Für Dexmedetomidin und Propofol wurden die evidenzbasierten Empfehlungen zur Prävention bzw. Therapie des pädED aktualisiert. Gleichzeitig wird betont, dass vor einer medikamentösen Therapie zunächst behandelbare Ursachen der Agitation – insbesondere Schmerzen – ausgeschlossen bzw. behandelt werden sollen.
Version: 2.0
Stand: 16.03.2026
Gültig bis: 21.11.2030
Sie finden die Leitlinie ab sofort im Register der AWMF
